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© Valeria Zoncoll

Was für einen Autositz sollte ich kaufen?

In Deutschland müssen zugelassene Baby- oder Kindersitze bestimmte Richtlinien und Normen erfüllen. Die amtliche Genehmigung erfolgt durch eine ECE-Prüfplakette. Dieses ECE-Normzeichen lässt einen europaweit genormten Kindersitz erkennen. Außerdem sind Marke, Modell, Prüfnorm sowie die Gewichtsklasse verzeichnet.

Achten Sie auf das offizielle Prüfsiegel mit der gültigen Norm 44/04. Sie erkennen die Gültigkeit an der mehrstelligen Prüfnummer, die unterhalb des Buchstabens "E" steht (Dieser ist schwarz umrandet): Beginnt die Nummer mit 04…, erfüllt der Kindersitz die aktuellen Standards. Ältere Modelle mit der Norm ECE R 44/01 und 44/02 dürfen Sie dagegen nicht mehr verwenden, Die Norm ECE R 44/03 ist zwar nicht verboten, bietet aber nicht die neuesten Sicherheitsstandards für Ihr Kind. Darauf sollten Sie vor allem achten, wenn Sie den Kindersitz gebraucht kaufen. Weil diese Sitze die Sicherheitsstandards nicht erfüllen, droht Ihnen ein Bußgeld von 30 Euro, falls Sie Ihr Kind darin transportieren. Das Prüfsiegel befindet sich je nach Modell als Aufkleber am Sitzkörper, teilweise ist es auch auf den Sitzbezug genäht.

Zusätzlich gibt es seit 2013 die i-Size-Kennzeichnung (ECE R 129), die für Sie ein Hinweis auf noch mehr Sicherheit für Ihr Kind während der Autofahrt ist. Welche Änderungen diese Regelung bedeutet, haben wir im letzten Absatz für Sie zusammengetragen.

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Die Sitzgrößen unterscheiden sich nach Gewicht des Kindes oder, bei der i-size-Regelung, nach der Größe des Kindes. Es geht los bei den Babyschalen für Kinder bis etwa dreizehn Kilogramm, die entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden müssen. Dann kommt die kombinierte Babyschale/-sitz für Kleinkinder bis 18 Kilogramm - auch noch entgegen der Fahrtrichtung.

In der nächsten Gruppe geht es um Autositze von neun bis 18 Kilogramm. Hier können die Kinder bereits in Fahrtrichtung sitzen, müssen es aber nicht (siehe weiter unten "Reboarder").

Ab 15 Kilo gibt es auch die so genannten mitwachsenden Sitze. Sie sind bis zu 36 Kilo einsetzbar und höhenverstellbar.

Das sollten Sie beim Kauf berücksichtigen:

  • Die Klasse des Sitzes entspricht dem Gewicht Ihres Kindes.
  • Der Sitz hat die ECE-Plakete mit der gültigen Norm ECE R 44/03 oder 44/04.
  • Lesen Sie die Gebrauchsanweisung. Ist der Autositz einfach zu handhaben, zu befestigen und eventuell sogar verstellbar?
  • Achten Sie auf Kombinationsmöglichkeiten. Es gibt Autositze, die passen in einen Kinderwagen oder sind sogar Teil davon.
  • Ein Kindersitz macht viel mit. Deshalb muss er strapazierbar, atmungsaktiv und hautfreundlich sein und einen abnehmbaren/waschbaren Bezug haben.
  • Der Autositz sollte eine Kopfstütze haben und bei älteren Kindern auch höhenverstellbar sein.
  • Die Kindersitze müssen leicht in verschiedene Autos ein- und ausgebaut sowie auf andere Kinder eingestellt oder in andere Sitzpositionen gebracht werden können.

Worauf sollte ich beim Benutzen achten?

Lesen Sie vor dem ersten Einsatz des Sitzes die Bedienungsanleitung genau, und spielen Sie alle Funktionen außerhalb des Autos durch. Vor der ersten Fahrt mit der Babyschale sollte das Anschnallen im Auto zuerst ohne, dann mit Baby geübt werden. Das hilft, wenn es später mal schnell gehen muss. Probieren Sie am besten die Funktion der Haltegurte außerhalb des Autos aus, damit es später auf der engen Rückbank klappt. Auch das Ein- und Ausbauen des Autositzes verlangt Übung. Fährt Ihr Kind häufiger bei Freunden oder Verwandten mit, sollten Sie denen erklären, wie der Sitz im Auto eingebaut und das Kind darin angeschnallt wird. Nur so können Montagefehler vermieden werden.

Das sollten Sie unbedingt beachten:

Der Kindersitz muss bombenfest mit dem Auto verbunden sein. Ist das Auto nicht mit einem speziellen System dafür ausgestattet, dann drücken Sie den Autositz tief ins Polster und schnallen Sie ihn dann mit dem Autogurt an. Danach zur Sicherheit noch einmal kräftig festziehen.

  • Der beste und sicherste Platz für den Kindersitz ist auf der Rückbank hinter dem Beifahrer. Auf diese Weise können die Eltern während der Fahrt gelegentlich ohne großen Aufwand nach Ihrem Baby schauen. Gleichzeitig erfolgt das Ein- und Aussteigen auf der sicheren, von der Straße abgewandten Seite.
  • Wenn Sie Ihr Baby trotzdem auf dem Beifahrersitz mitnehmen wollen, dann stellen Sie sicher, dass es dort keinen Airbag gibt beziehungsweise dass er ausgeschaltet ist. Der Druck des sich aufpumpenden Airbags könnte Ihr Kind schwer verletzen oder sogar töten. Der ADAC empfiehlt aber, Babys und Kleinkinder immer auf dem Rücksitz mitzunehmen.
  • Die Gurte dürfen auf keinen Fall verdreht sein. Grund: Verdrehte Gurtbänder verhindern rechtzeitiges Einrasten des Automatikgurtes vom Auto. Der Kindersitz dreht sich im schlimmsten Fall bei einem Crash sogar aus dem Gurt heraus, die Schutzwirkung ist dahin.
  • Die Gurte, mit denen das Kind selbst angeschnallt wird, müssen fest am Körper anliegen, dürfen nicht verdreht sein. Mehr als eine flache Hand sollte nicht zwischen Gurt und Kind passen. Deshalb das Kind im Winter nicht allzu dick anziehen, besser mit der Jacke oder einer Decke zudecken.
  • Ebenfalls wichtig: Babyschale oder Autositz dürfen nicht zu klein sein. Grund: Ragt der Kopf des Kindes über den Sitz hinaus, schlägt dieser bei einem Unfall eventuell gegen die Oberkante des kleinen Sitzes. Schwere Verletzungen wären die Folge.

Die i-Size-Regelung

In dem Bestreben, für noch mehr Sicherheit zu sorgen, gibt es seit Juli 2013 mit i-Size eine neue europäische Verordnung. Sie gilt nur für Kindersitze mit einer Isofix-Befestigung, bei denen häufige Einbaufehler deutlich reduziert werden, und bringt im Wesentlichen folgende Änderungen:

  • In Auto-Kindersitzen, die nach i-Size zertifiziert sind, ist der rückwärts gerichtete Transport von Kindern bis zu einem Alter von 15 Monaten vorgeschrieben.
  • Die Sitze müssen einen zusätzlichen Seitenaufprallschutz haben.
  • Bei der Entscheidung für einen passenden Sitz ist nicht mehr das Gewicht des Kindes ausschlaggebend, sondern sein Alter und seine Körpergröße.
  • Die neue i-Size-Regelung wird die aktuelle Norm ECE R 44 nicht ersetzen, sondern parallel Schritt für Schritt eingeführt. Das bedeutet für Sie, dass Sie Ihren Kinderautositz auch weiterhin benutzen können.